Informationen zur Art der Tour
Gemeinschaftstour, Führungstour, Ausbildungstour – So unterscheiden sich unsere Touren!
Herzlich willkommen zu Deiner Tour! Damit Du genau weißt, was Dich erwartet und worauf es bei unseren Touren ankommt, erklären wir Dir hier die verschiedenen Tour-Typen des DAV. Das hilft uns allen, sicher und mit der richtigen Erwartungshaltung unterwegs zu sein.
1. Die verschiedenen Touren-Typen im Überblick:
Es ist wichtig, die Unterschiede zwischen unseren Touren zu kennen, denn davon hängt ab, wer welche Verantwortung trägt und wie Entscheidungen unterwegs getroffen werden.
Gemeinschaftstour:
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- Das Ziel: Ein gemeinsames Bergerlebnis unter Gleichgesinnten und die sichere Rückkehr nach Hause.
- Deine Rolle: Du bist der Kapitän Deiner eigenen Sicherheit während der gesamten Tour. Das heißt, Du bringst die nötigen Fähigkeiten (Kondition, technische Fertigkeiten, psychische Robustheit) mit, um an der Tour gemäß der Ausschreibung selbstständig und eigenverantwortlich in der Gruppe teilnehmen zu können.
- Die Organisation: Unser Tour-Team kümmert sich um den perfekten Rahmen (wie Infos, Treffpunkt und Reservierungen), damit Du Dich entspannt auf das Abenteuer freuen kannst. Die Verantwortung für die Sicherheit im Gelände bleibt dabei bei jedem Einzelnen.
- Entscheidungen im Gelände: Wichtige Entscheidungen (z.B. Route, Tempo, Sicherung, Abbruch) treffen wir gemeinsam im Team. Unser Leiter steht dabei als erfahrener Moderator zur Seite.
Führungstour:
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- Das Ziel: Ein sicheres Erreichen eines Ziels unter kompetenter Leitung.
- Deine Rolle: Du trägst Eigenverantwortung im Rahmen Deiner persönlichen Grenzen und folgst den Anweisungen der Leitung.
- Die Leitung: Der Leiter trägt die volle Verantwortung für die Organisation und die Sicherheit der Gruppe. Er trifft die wesentlichen Entscheidungen (z.B. Route, Tempo, Sicherung, Abbruch).
Ausbildungstour / Schulungstour:
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- Das Ziel: Hier steht die Vermittlung von Wissen und Können sowie Dein Lernfortschritt im Vordergrund.
- Deine Rolle: Du wirkst aktiv am Lernprozess mit und übernimmst je nach Ausbildungsstand Teilverantwortung bis hin zur vollen Eigenverantwortung.
- Die Leitung: Neben Organisation und Sicherheit sorgt der Leiter auch für die Didaktik und den Lernerfolg. Aufgaben und Entscheidungen können zur Schulung auch an Teilnehmende delegiert werden.
2. Wichtige Hinweise für Deine Sicherheit und ein gutes Miteinander:
- Achtung, "Faktische Führung": Auch wenn eine Tour als Gemeinschaftstour deklariert ist, kann es passieren, dass eine Person "aus der Situation heraus" eine Führungsrolle übernimmt (z.B. durch Anweisungen oder weil sie deutlich kompetenter ist). In diesem Moment übernimmt diese Person die volle rechtliche Verantwortung und Haftung wie bei einer Führungstour. Das geschieht oft unbewusst. Kameradschaftliche Hilfe ist davon natürlich zu unterscheiden.
- Die "Garantenstellung" – Gemeinsame Verantwortung: Am Berg gibt es immer eine grundlegende Pflicht zur gegenseitigen Hilfe und Sorgfalt in jeder Gruppe – wir nennen das "Gefahrengemeinschaft". Wenn Du spezielle Qualifikationen hast oder Du faktisch die Führung übernimmst, kann Deine Verantwortung sogar erhöht sein. Das bedeutet, Du musst bei erkennbaren Gefahren eher eingreifen oder warnen.
- Gemeinsame Verantwortung heißt aber auch, die Tour abzubrechen, wenn sich herausstellt, dass Du den Anforderungen der Tour - aus welchen Gründen auch immer - nicht gewachsen sein solltest. Im Zweifel entscheidet der Tourenleiter, der für eine angemessene Unterstützung bei einem notwendigen vorzeitigen Abstieg ins Tal sorgt.
- Ausschreibung vs. Realität: Nicht nur der Name der Tour ist entscheidend, sondern wie sie tatsächlich durchgeführt wird! Eine "Gemeinschaftstour" kann rechtlich zu einer Führungstour werden, wenn die leitende Person alle Entscheidungen trifft und ein deutliches Kompetenzgefälle besteht.
3. Praktische Tipps für Dich als Teilnehmer:
- Achte auf klare Ausschreibungen: Vor jeder Tour solltest Du genau wissen, um welchen Tour-Typ es sich handelt und welche Anforderungen (technisch, konditionell) gestellt werden.
- Klarheit vor der Tour: Sprich bei der Vorbesprechung offen über die Art der Tour und die jeweiligen Verantwortlichkeiten. Auf Gemeinschaftstouren musst Du in der Lage sein, die Tour selbstständig umsetzen zu können.
- Kommunikation ist der Schlüssel: Auf Gemeinschaftstouren treffen wir Entscheidungen gemeinsam.
- Deine Risikokompetenz und Dein Wissen über rechtliche Rahmenbedingungen sind wichtig für Deine eigene Sicherheit und die der Gruppe.