Informationen zu Schwierigkeitsgraden und Voraussetzungen
Herzlich willkommen! Damit Du optimal auf Deine Touren vorbereitet bist und die richtige Tour für Dein Können findest, nutzen wir gallgemeine Schwierigkeitsskalen. Diese geben Dir eine klare Vorstellung davon, was Dich erwartet und welche Voraussetzungen Du mitbringen solltest. Bitte nimm Dir die Zeit, diese Informationen genau zu lesen – sie sind entscheidend für Deine Sicherheit und den Erfolg Deiner Tour!
1. Bergwandern – Die SAC-Wanderskala (T1 bis T6)
Wir bewerten unsere Bergwanderungen nach der SAC-Wanderskala. Diese teilt Bergwanderungen in sechs Schwierigkeitsgrade ein, von T1 (sehr leicht) bis T6 (sehr schwierig). Die Einteilung wurde überarbeitet, um die Realität im Gelände besser abzubilden.
Die T-Grade und ihre Bedeutung:
- T1 –Wanderung
- Die einfachste Form des Wanderns nutzt ausschließlich breite, gut ausgebaute Wege. Zumeist in flachem, wenig geneigtem Gelände - ohne abschüssige, ausgesetzte Etappen. In der Regel bestens ausgeschildert und üppig markiert. Keine besonderen Anforderungen an die Ausrüstung - bequeme Wanderschuhe empfehlenswert.
- T2 - Berg-Wanderung
- Wanderungen auf schmalen, wurzeligen und steinigen Steigen. Routen können schon über beachtlich steiles Terrain verlaufen. Abschüssige, sowie ausgesetzte Abschnitte nicht ausgeschlossen. Diese sind jedoch sehr kurz, unter Umständen mit einem Drahtseil entschärft. Dank durchgehender Beschilderung plus Markierung ohne Orientierungsprobleme. Stabile Wanderschuhe sind dringend anzuraten. Touren mit dem Zusatz + bewegen sich im oberen Bereich des Schwierigkeitsgrades.
- T3 – Bergtour
- Ab diesem Schwierigkeitsgrad kann man nicht mehr von einer Wanderung sprechen. Der größte Teil einer Tour verläuft in beachtlicher Steilheit, auf schmalen, nicht immer gut ausgebauten Bergpfaden. Ausgesetzte Segmente zeichnen diese Kategorie aus - oft mit Drahtseilen, Ketten und Tritthilfen entschärft. Es kann aber auch kurze Aufschwünge geben die frei erklettert werden müssen. Die Kletterschwierigkeiten erreichen dann aber nur den untersten Schwierigkeitsgrad I (leichteste Form des Felskletterns). In der Regel noch gut markiert und ausgeschildert. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind ab dieser Kategorie obligatorisch. Stabile Bergstiefel sind Pflicht! Obergrenze für den durchschnittlichen Gelegenheitsbergwanderer - für Anfänger schon sehr schwierig. Touren mit dem Zusatz + bewegen sich im oberen Bereich des Schwierigkeitsgrades.
- T4 – Schwere Bergtour
- In dieser Kategorie beginnt das echte Bergsteigen über hochalpine Landschaft. Bergtouren führen anhaltend durch steilen, ausgesetzten Felsen oder durch sehr abschüssiges Steilgras. Diese Partien verlangen die Beherrschung des I. Klettergrades (nach UIAA) - können kurzzeitig auch den II. Grad tangieren. Technische Installationen in Form von Drahtseilen, Ketten oder Steigbügel sind nicht mehr vorhanden - das Gelände ist unpräpariert, zugleich wild belassen. Für die Begehung sind grundlegende Kletterkenntnisse, sowie ein hohes Maß an Bergerfahrung nötig - für erfahrene Bergsteiger indes noch gut beherrschbar. Weniger Geübte müssen aber bereits am Seil gesichert werden. Eine Beschilderung ist nicht immer gegeben und auch eine Markierung lässt oft zu wünschen übrig - ist mitunter nicht existent. Bergstiefel mit verwindungsarmer Sohle nötig. In den Felspassagen ist das Tragen eines Steinschlaghelms Pflicht. Bergwanderanfänger sollten sich von Touren dieser und der nachfolgenden Kategorien fernhalten. Touren mit dem Zusatz + bewegen sich im oberen Bereich des Schwierigkeitsgrades.
- T5 – Sehr schwere Bergtour
- Sehr ernsthafte Bergtouren, die auch versierten Bergsteigern ein hohes Maß an Risikobereitschaft abverlangen. Routen über sehr steilen, sehr ausgesetzten Fels (unter Umständen auch senkrechte Abschnitte) im andauernden II. Kletter-Schwierigkeitsgrad (Dreipunkthaltung!) - oder über extrem geneigtes Steilgras. In der Regel sind diese Alpin-Ausflüge unmarkiert. Ein Begeher muss nicht nur den Auf- und Abstieg selbst finden, er muss auch heikles, unübersichtliches Fels-/Steilgrasgelände einschätzen können. Seilsicherung nach eigenem Ermessen - auf Grund der Gegebenheiten aber oft nicht ratsam/durchführbar (Auslösen von Steinschlag durch das Seil, fehlende Sicherungsmöglichkeiten im Steilgras). Eine Tour nur für qualifizierte Fels-/Steilgrasartisten mit langjähriger Erfahrung. Bergstiefel mit steifer Sohle und das Tragen eins Steinschlaghelms ist Gebot. Touren mit dem Zusatz + bewegen sich im oberen Bereich des Schwierigkeitsgrades.
- T6 – Äußerst schwierige Bergtour
- Exkursionen dieser höchsten und hochriskanten Kategorie sind näher an einer Klettertour als an einer Bergtour. Fortdauernde senkrechte Felspassagen im II. Grad sind typisch für diese Klasse. In kurzen Zügen kann auch der III. Klettergrad aufgerufen werden - oder Partien sind minimal überhängend. Extrem ausgesetztes, unübersichtliches Territorium fordert alle Sinne des Bergsteigers. Mental äußerst anstrengend. Eine Seilsicherung ist dringend anzuraten. Generell nur für Experten mit langjähriger Erfahrung im Alpin-Klettern empfehlenswert. Bergstiefel mit steifer Sohle, sowie ein Steinschlaghelm sind ein Muss. Dazu sollte eine Grundausrüstung für die Seilsicherung mitgeführt werden.
Wichtige Hinweise zum Verständnis der SAC-Wanderskala:
- Abstufungen: Mit den Zeichen „–“ und „+“ kann eine Bewertung zusätzlich verfeinert werden (z.B. T3, T3+, T4–, T4).
- Verhältnisse: Routen werden immer unter der Annahme günstiger Verhältnisse bewertet (gute Witterung und Sicht, trockenes Gelände, schneefreier Zustand etc.). Bei ungünstigen Verhältnissen kann die Tour deutlich anspruchsvoller werden.
- Schuhwerk: Je höher der Schwierigkeitsgrad, desto wichtiger sind stabile Bergschuhe mit hohem Schaft und torsionsfester Sohle.
- Alpintechnische Hilfsmittel: Die Skala bezieht sich auf Routen, die üblicherweise ohne Seilsicherung begangen werden. In den oberen Schwierigkeitsgraden (T4-T6) kann die Mitnahme von Seilstücken, Pickel oder Steigeisen sinnvoll oder sogar zwingend sein, sofern Du die entsprechenden Sicherungstechniken beherrschst. Im steinschlaggefährdeten Gelände ist das Tragen eines Helms empfehlenswert.
2. Hochtouren und Felsklettern
Bei Hochtouren und Felsklettern kommen andere Skalen zum Einsatz, da diese Sportarten spezifische technische Anforderungen stellen.
- Hochtouren (SAC-Hochtourenskala: F/L bis ED/AS):
- F (facile / leicht): Einfaches Gehgelände (Geröll, einfacher Blockgrat), UIAA ab I. Einfache Firnhänge, kaum Spalten.
- PD (peu difficile / wenig schwierig): Meistens noch Gehgelände, erhöhte Trittsicherheit nötig, Kletterstellen übersichtlich und problemlos. UIAA ab II. In der Regel wenig steile Hänge, kurze steilere Passagen, wenig7 Spalten.
- AD (assez difficile / ziemlich schwierig): Wiederholte Sicherung notwendig, exponierte Kletterstellen. UIAA ab III. Steilere Hänge, gelegentlich Standplatzierung, viele Spalten, kleiner Bergschrund.
- Die Skala reicht weiter bis D (difficile / schwierig), TD (très difficile / sehr schwierig) und ED (extrem difficile / äußerst schwierig).
- Wichtige Abgrenzung: Alpinwandern im oberen Bereich (T5/T6) ist oft anspruchsvoller als eine einfache Hochtour (L) oder eine Klettertour im II. Grad. Eine T6-Route kann vergleichbare Anforderungen wie eine Hochtour im Bereich WS (wenig schwierig) oder sogar ZS– (ziemlich schwierig) haben. Dies liegt daran, dass auf T5/T6-Routen Seilsicherung oft nicht möglich ist, was hohe mentale Stärke erfordert.
- Felsklettern (UIAA Skala: I bis VIII und höher):
- Die UIAA-Skala (Internationale Vereinigung der Alpinismusvereine) ist die gebräuchliche Skala zur Bewertung der Schwierigkeit beim Felsklettern.
- I – Geringe Schwierigkeiten: Einfachste Form der Felskletterei (jedoch kein leichtes Gehgelände). Die Hände sind zur Unterstützung des Gleichgewichtes erforderlich. Anfänger müssen am Seil gesichert werden. Schwindelfreiheit ist bereits erforderlich.
- II – Mäßige Schwierigkeiten: Hier beginnt die Kletterei, welche die Drei-Punkt-Haltung erforderlich macht.
- III – Mittlere Schwierigkeiten: Geübte und erfahrene Kletterer können Passagen dieser Schwierigkeit noch ohne Seilsicherung erklettern. Senkrechte Stellen verlangen bereits Kraftaufwand.
- IV – Große Schwierigkeiten: Hier beginnt die Kletterei schärferer Richtung. Erhebliche Klettererfahrung notwendig. Längere Kletterstellen bedürfen meist mehrerer Zwischensicherungen. Auch geübte und erfahrene Kletterer bewältigen Passagen dieser Schwierigkeit gewöhnlich nicht mehr ohne Seilsicherung.
- V – Sehr große Schwierigkeiten: Zunehmende Anzahl an Zwischensicherungen ist die Regel. Erhöhte Anforderungen an körperliche Voraussetzungen, Klettertechnik und Erfahrung. Lange hochalpine Routen im Schwierigkeitsgrad V zählen bereits zu den ganz großen Unternehmungen in den Alpen und außeralpinen Regionen.
- VI – Überaus große Schwierigkeiten: Die Kletterei erfordert weit überdurchschnittliches Können und hervorragenden Trainingsstand. Große Ausgesetztheit, oft verbunden mit kleinen Standplätzen. Passagen dieser Schwierigkeit können in der Regel nur bei guten Bedingungen bezwungen werden.
- VII – Außergewöhnliche Schwierigkeiten: Ein durch gesteigertes Training und verbesserte Ausrüstung erreichter Schwierigkeitsgrad. Auch die besten Kletterer benötigen ein an die Gesteinsart angepasstes Training, um Passagen dieser Schwierigkeit nahe der Sturzgrenze zu meistern. Neben akrobatischem Klettervermögen ist das Beherrschen ausgefeilter Sicherungstechnik unerlässlich.
- VIII und darüber: Keine wörtliche Entsprechung.
3. Schneeschuhtouren
Die SAC-Schneeschuhtourenskala ist eine vom SAC (Schweizer Alpen-Club) speziell für Schneeschuhtouren entwickelte Schwierigkeitsskala. Sie ist in sechs verschiedene Grade eingeteilt: WT1 (leichteste) bis WT6 (schwierigste), wobei «WT» für Wintertrekking steht. In der Schwierigkeitsbewertung wird die Länge der Touren nicht berücksichtigt. Für alle Touren sind gute Kenntnisse der Orientierungsmittel (Karte, Kompass, Höhenmesser oder GPS) und der Routenwahl nötig. Die diesbezüglichen Anforderungen sowie die Ernsthaftigkeit steigen in der Regel mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad. Weiter wird für alle Touren (außer WT1) die Mitnahme von Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Lawinenschaufel und Lawinensonde empfohlen. Bei den Schwierigkeitsgraden handelt es sich um Richtwerte bei guten Schnee-, Witterungs- und Sichtverhältnissen und gilt nur für den mit Schneeschuhen zurückgelegten Weg.
- WT1 - Leichte Schneeschuhwanderung
- o < 25°. Insgesamt flach oder wenig steil. In der näheren Umgebung sind keine Steilhänge vorhanden. Keine Lawinengefahr, keine Abrutsch- oder Absturzgefahr. Lawinenkenntnisse nicht notwendig.
- WT2 – Schneeschuhwanderung
- o < 25°. Insgesamt flach oder wenig steil. Lawinengefahr, keine Abrutsch- oder Absturzgefahr. In der näheren Umgebung sind Steilhänge vorhanden. Grundkenntnisse im Beurteilen der Lawinensituation notwendig.
- WT3 - Anspruchsvolle Schneeschuhwanderung
- o < 30°. Insgesamt wenig bis mäßig steil. Lawinengefahr, geringe Abrutschgefahr, kurze, auslaufende Rutschwege. In der näheren Umgebung sind Steilhänge vorhanden. Grundkenntnisse im Beurteilen der Lawinensituation notwendig.
- WT4 – Schneeschuhtour
- o < 30°. Mäßig steil, kurze steilere Passagen und/oder Hangtraversen, teilweise felsdurchsetzt. Spaltenarme Gletscher. Lawinengefahr, Abrutschgefahr mit Verletzungsrisiko, geringe Absturzgefahr. Gute Kenntnisse im Beurteilen der Lawinensituation, gute Lauftechnik und elementare alpinistische Kenntnisse notwendig.
- WT5 - Alpine Schneeschuhtour
- o < 35°. Steil, kurze steilere Passagen und/oder Hangtraversen, teilweise felsdurchsetzt. Gletscher. Lawinengefahr, Absturz- u. Spaltensturzgefahr. Alpine Gefahren und/oder Felsstufen. Gletscher. Gute Kenntnisse im Beurteilen der Lawinensituation und gute alpinistische Kenntnisse und sicheres Gehen notwendig.
- WT6 - Anspruchsvolle alpine Schneeschuhtour
- o < 35°. Sehr steil, anspruchsvolle Passagen und/oder Hangtraversen und/oder Felsstufen. Spaltenreiche Gletscher. Lawinengefahr, Absturz- u. Spaltensturzgefahr. Alpine Gefahren. Sehr gute alpinistische Kenntnisse. Sicheres Gehen in Fels, Firn und Eis
4. Kondition – Deine Ausdauer zählt!
Die Anforderungen an Deine Kondition ergeben sich aus der Zeitdauer und der Höhenlage der Etappen.
- Leichter Konditionsanspruch (● oder 1 Dreieck ▲):
- Typisch für Touren bis 2.000 m und bis zu 6 Stunden Gehzeit.
- Bergwandern: Bis 500 Höhenmeter oder max. 6 Stunden Gehzeit.
- Bergsteigen/Hochtour: Bis 800 Höhenmeter pro Tag und < 5 Stunden Gehzeit.
- Mittlerer Konditionsanspruch (●● oder 2 Dreiecke ▲▲):
- Typisch für Touren bis 3.000 m und bis zu 6 Stunden Gehzeit.
- Bergwandern: 500 – 1.000 Höhenmeter oder 6 – 8 Stunden Gehzeit.
- Bergsteigen/Hochtour: 800 – 1.200 Höhenmeter pro Tag und 5 – 7 Stunden Gehzeit.
- Hoher Konditionsanspruch (●●● oder 3 Dreiecke ▲▲▲):
- Typisch für Touren über 3.000 m und bis zu 10 Stunden und länger.
- Bergwandern: > 1.000 Höhenmeter oder > 8 Stunden Gehzeit.
- Bergsteigen/Hochtour: > 1.200 Höhenmeter pro Tag und > 7 Stunden Gehzeit.
5. Sonntagswanderungen bzw. Eintagestouren:
Bei Tagestouren unterscheiden wir den Schwierigkeitsgrad nur über die Länge, da wir davon ausgehen, dass Wanderungen im Mittelgebirge grundsätzlich unter die Kategorie
- T1 –Wanderung
- T2 - Berg-Wanderung
(siehe SAC-Wanderskala) fallen.
- Kurzwanderungen, leichte Wanderungen, bis 12 km
- Mittlere Wanderungen, mittelschwere Wanderungen, ca. 12 km - 21 km
- Weitwanderungen, anspruchsvolle Wanderungen, mehr als 21 km
6. Das Fazit für Deine Tourenplanung:
- Ehrliche Selbsteinschätzung: Bewerte Dein eigenes Können und Deine Kondition stets ehrlich. Wähle nur Touren, deren Anforderungen Du sicher erfüllen kannst.
Details der Ausschreibung: Lies immer die spezifische Tourenausschreibung genau durch, denn diese enthält alle notwendigen Details zu technischen und konditionellen Anforderungen für die jeweilige Tour