Hochtourenkurs auf der Sulzenauhütte
Nachdem schlechtes Wetter und andere Probleme uns zu mehrfachem Terminverschieben gezwungen hatte, fand der Kurs dann doch noch im Sommer statt.
Sonntag 08. August
Voller Tatendrang (siehe Bild !) trafen Stefan (Stich), Martin (Kissel) und Tom (Hofmann) am Nachmittag
des 08. August im hinteren Stubaital ein.
Leider hatten sie wohl die Beschreibung des Aufstiegs falsch verstanden und parkten viel zu weit "unten".
So kam es, dass ich die 3 am Straßenrand zur Grawaalm antraf, noch ein gutes Stück vom richtigen Parkplatz entfernt.
("Uff die Kaad gugge kann jo jeder !")
Vor allem gab es hier den Materiallift, der gegen ein fürstliches Entgelt, unsere schweren Rucksäcke zur Hütte
hochbrachte.
"Erleichtert" und gemeinsam machten wir uns dann an den (richtigen) Aufstieg zur
Sulzenauhütte.
Nach ca. 2h kamen wir oben an.
Dort wurden wir vom Hüttenwirt herzlich begrüßt.
Außerdem wartete dort schon unser 5. Mann, Gerhard (Schneider.
Die Sulzenauhütte kann man wirklich weiter empfehlen :
Das Hüttenteam um Norbert Schöpf und seine Frau Rebecca aus "downunder" ist professionell und bleibt auch bei
größtem Andrang gelassen und freundlich.
Außerdem ist das Preis- Leistungsverhältnis sehr fair. Und das kann man leider nicht von allen österreichischen Hütten sagen !
Montag 09. August - Sulzenaugletscher
Am nächsten Morgen war das Wetter "durchwachsen", aber für einen Kurstag auf dem Gletscher sollte es gehen.
Zunächst aber mußten das eine oder andere Steigeisen eingestellt werden ...
Der Zustieg zum Sulzenauferner dauert ca. 1h. Als wir über die Geländestufe kamen und den Gletsher sehen konnten,
bin ich erschrocken : Der ist, seit meinem letzten Besuch im Jahr 2006 dramatisch geschrumpft !
Da wo damals noch dickes Eis war, war jetzt ein flacher See. Der kleine Eisbruch an dem wir damals
Ausbildung gemacht ahtten, war fast komplett weg.
Außerdem lagen ca. 50cm Neuschnee !

Damit war das geplante Programm, "Gehen mit Steigeisen" usw. , erledigt.
Alternativ wollte ich dann Spaltenbergung üben.
Dazu braucht man aber eine ordentlich Gletscherspalte in die man auch reinspringen kann.
So machten wir uns über den an den Aufstieg in die Fernerstube. Erst über die verschneite Randmoräne,
später über den Gletscher.
Das Wetter blieb wechselhaft : Nebel, Schneetreiben, und Sonnenschein im Viertelstundentakt.
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Zwei Tage später konnten wir von oben unsere Spuren auf dem Gletscher sehen ..
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| Bevor ich allerdings eine geeignet Spalte gefunden hatte, fiel Tom in eine der wenigen vorhandenen
nennenswerten Spalten hinein. Dabei verletzte er sich ziemlich heftig mit dem Pickel an der Hand ("Handschuhe AN !!") Nachdem Stefan ihn fachmännisch verbunden hatte, traten wir den geordneten Rückzug in Richtung Hütte an. Das Wetter blieb wechselhaft. Zwischen zwei Schauern gab's dann an einem Felsen vor der Hütte noch eine Übung zur Spaltenbergung. |
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Dienstag 08. August - Wilder Freiger 3418 m
Der Wettergott war uns wohlgesonnen. Am nächsten Morgen : blauer Himmel !
Ganz früh ging's los, denn 1200 Höhenmeter Aufstieg standen uns bevor.
Vorbei am blauen Grünsee, über die traurigen Reste des Grünauferners (nur noch ein steiles Schneefeld),
ging's hinauf in die Seescharte.
Von dort südseitig unterm Gamsspitzel vorbei, auf den NO-Grat. An dessen Ende haben wurde gletschermäßig angeseilt.
Das stellte sich aber (leider) als überflüssig heraus. Vom Gletscher war nur noch sehr wenig zu
sehen und von Spalten gar nix.
Wir packten das Seil wieder in den Rucksack und über teilweise schneebedeckt Schutthänge ging's dem
Gipfelkreuz entgegen.
Bei dem schönen Wetter und der phantastischen Sicht war die Gipfelpause ein Genuss !
Dann ging's an den langen Abstieg.
Nach insgesamt 9 langen Stunden kamen wir wieder an der Sulzenauhütte an, rechtzeitig zum wohlverdienten Abendessen.

Der Normalweg auf den Wilden Freiger ist eine einfache Hochtour, durch den Gletscherrückang technisch
einfach : Schneefelder und Blockgelände, am Grat ein paar ausgesetzte Stellen.
Spalten gibt es überhaupt keine mehr.
Allerdings wollen 1200 Höhenmeter im Aufstieg und anschließenden Abstieg auch "gemacht" werden.
Mittwoch 09. August - Aperer Freiger 3262m

Heute stand der Aperer Freiger W-Grat auf dem Programm.
Das ist ein Blockgrat, mit leichten Kletterstellen (II, meistens leichter).
Normalerweise ein reiner Felsgrat, aber bei den aktuellen Verhältnissen
eine "kombinierte Tour".
Er ist gut geeignet um das gleichzeitige Gehen / Klettern am Seil und Absichern am "laufenden Seil"
zu üben.
Stefan und Tom bildeten die erste, Martin und Gerhard die zweite Seilschaft. Ich hielt mich in der Mitte
auf, um beide im Blick zu haben.
Im Wetterbericht hatte was von "nachmittäglichem Gewitter" gestanden.
Da sich immer mehr Wolken zusammenzogen, wurde die Gipfelrast stark verkürzt. |
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Donnerstag 10. August - Sulzenaugletscher

Obwohl das Wetter ziemlich trüb war, wollten wir nochmal auf den Sulzenaugletscher.
Inzwischen sollte der Neuschnee so weit abgeschmolzen sein, daß wir ein bischen Steigeisentechnik
üben könnten.
Bis es dann anfing zu regnen, konnten wir noch ein paar Eistechniken einüben.
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... und dann hatten wir noch eine unheimliche Begegnung !
Zurück zur Hütte, .. packen ...
Der Regen hatte wieder aufgehört, so dass wir die Abschlussbesprechung vor der Hütte machen konnten.
Andreas Heinemeyer
Bilder von Andreas, Martin, Stefan & Tom